Doch gleichzeitig wird hier ein Leben nachvollzogen, das in Teilen auch einem Abenteuerroman entsprungen sein könnte. Denn außer Astronom war von Vicken auch Astrologe, Alchemist, Bergrat, Stahlhersteller, Autor einer Schrift über die Handlesekunst – die Liste ließe sich fortsetzen. Im Dienst mehrerer Kaiser, Könige und anderer Fürsten erlebt von Vicken Kriege, von den Rigaer Kalenderunruhen über den polnisch-schwedischen Krieg 1600-1629 und die Türkenkriege bis zur Schlacht am Weißen Berg. Er ist Agent am Hof Kaiser Rudolfs II, wird des Hochverrats am polnischen König angeklagt, mehrfach inhaftiert, und der schwedische König bietet an, Bäume zu schicken, damit Nicolaus und einer seiner Brüder daran aufgehängt werden können.
Sein Leben lässt ihn mit zahlreichen Größen der Geschichte zusammentreffen, aber auch mit weniger bekannten und dafür umso schillernden Persönlichkeiten, und führt von Riga über Leipzig, Norddeutschland, den Harz, Wolfenbüttel und Prag bis nach Schlesien und Siebenbürgen. Von Vicken jagt geheimnisvollen Manuskripten und magischen Ringen hinterher, stellt astronomische Beobachtungen an, fährt in Bergwerke ein, heuert Söldner an und versucht das Unrecht zu rächen, das seinem Vater widerfuhr. Und stets erfindet er sich als Renaissancemensch selbst neu.








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