Warum also tut man das? Gab es einen Moment, der alles drehte? Oder viele kleine Anstöße – in der Uni, im Beruf, im Privatleben? Vielleicht war es auch nur Rudi in der WG, der 1977 den Parmaschinken aus dem Kühlschrank nahm und billige Bierwurst zurücklegte: eine lächerlich-kleine, doch sprechende Ungerechtigkeit im selbstverwalteten Kollektiv. Wie hält man den Abschied von der alten Gruppe aus, den Verlust von Freunden? Glaubt man danach an gar nichts mehr – oder bildet sich heimlich eine neue Blase, in der Kritik an Ideologien selbst zur Ideologie wird?
Über allem schwebt die Rede vom „Rechtsruck“. Anders als in Frankreich, wo „la Gauche“ und „la Droite“ seit jeher zwei feste Größen sind, hat sich hierzulande in den letzten Jahren eine bequeme Gleichung eingebrannt: Wer nicht links oder wenigstens grün ist, gilt als rechts. Und wer rechts ist, steht schnell unter dem Verdacht, eigentlich rechtsradikal zu sein – also Nazi. Diese Abkürzung ersetzt kein Argument.
Darauf antworten Ulrike Ackermann, Henryk M. Broder, Mathias Brodkorb, Monika Gruber, Antonia Grunenberg, Hubert Kleinert, Monika Maron, Harald Martenstein, Dieter Nuhr, Andreas Rebers, Samuel Schirmbeck und Peter Schneider mit ihren eigenen Geschichten: offen, konkret, widerspruchsbereit – und der Wirklichkeit zugewandt. Spannend wie ein Roman liest man, wie aus Erfahrungen Einsichten werden. Nicht als Bekenntnis, sondern als ehrliche Bilanz.


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