Auf seinen Haarscheideapparat passte er besonders auf. Wir fanden das Gerät in seinem aus Kirschholz gefertigten aufklappbaren Sekretär. Natürlich probierte mein Bruder dieses faszinierente Instrument gleich bei mir aus. Bis auf die Kopfhaut rasierte er meine zarten Haare ab. Er schaffte aber nur einen Streifen und gab dann auf. Daheim angekommen schlug unsere Oma ihre Hände über ihren Kopf zusammen. Ich sah wie ein gerupfter Truthahn aus. Es half alles nichts, meine Oma versuchte mit ihrer Schneiderschere den Schaden einigermaßen zu reparieren. Weil die Spur der Verwüstung vom Hinterkopf nur ein Stück weit nach oben zu sehen war, musste Bernhard das Maschinchen herholen, um die hintere Schopfschneise links und rechts nachzuschneiden. Er versuchte sich zu drücken und konnte den Auftrag nicht ausführen. Der Opa am anderen Endes des Dorfes hatte sein Friseurgerät an einen anderen Ort versteckt, damit keiner seinen wertvolle Automat findet. Daraufhin nahm sich unsere Oma ein Herz und ging selbst zum Vater ihres Schwiegersohns. Sie kam nicht mit dem Apparat zurück, sondern forderte mich auf, selbst zu dem Amateurfriseur zu gehen, damit er mir wieder einen sauberen Burschen aus mir macht. Gekonnt setzte Großvater seine frisch geölte Maschine an. Ruck zuck bügelte er das Desaster aus und wir gingen nie mehr an seine geliebte Haarschneidemaschine ran.
70 1955. , , . . ß .
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